Deshalb jubeln Migros und Coop auch in der Krise
Ob Aldi, Denner, Coop oder Migros: Alle grossen Detailhändler legen an Umsatz zu und verzeichnen zum Teil Rekordergebnisse. Wie geht diese Rechnung ausgerechnet in einem Krisenjahr auf?
Essen muss man immer, deshalb geht es dem Detailhandel auch in der Krise gut. Was nett klingt, ist natürlich Unsinn. Denn wer konsumiert, kann weniger Geld dafür ausgeben, sich aufs Nötigste beschränken und kostspielige Anschaffungen aufschieben – was die Umsätze des Einzelhandels arg beuteln würde.
Davon bleibt der Detailhandel 2009 verschont. Zwar wird es gemäss der Konjunkturforschung Basel (BAK) nur ein Nullwachstum geben, doch verglichen mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist das erfreulich. Denn das Schweizer Bruttoinlandprodukt fällt heuer ins Minus: Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) rechnet damit, dass die Wirtschaft um 1,5 Prozent schrumpft, das KOF prognostiziert sogar einen Rückgang von 3,5 Prozent.
Kahlschlag stärkt die Grossen
Migros, Coop, Denner und Aldi dagegen reden von steigenden Umsätzen. Die orangen Riesen gehen von einer Ertragszunahme gegenüber Vorjahr von 1 bis 3 Prozent aus, bei Denner und Aldi wird das Plus sogar noch deutlich höher sein. Der deutsche Discounter wird dieses Jahr seine Umsatzmilliarde erreichen – und das obwohl er hierzulande erst 2005 die ersten Filialen eröffnete.
Die wundersame Umsatzsteigerung erklärt sich zunächst mit einem Firmen-Kahlschlag und der Konsolidierung in der Branche. Alleine zwischen den Jahren 2000 und 2008 sind gemäss Marktforschungsinstitut GfK von den 16 grössten Unternehmen sieben verschwunden oder unter die Fittiche einer noch Grösseren gekommen. Beispiele sind Carrefour, Fust, Denner und Pick Pay.
Die produktivste Branche
Zudem ist der Detailhandel die produktivste Branche der Schweiz. Zwischen 2000 bis 2008 lag das Produktivitätswachstum des Schweizer Detailhandels mit durchschnittlich 2,4 Prozent um das Dreifache höher als der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt. Das zeigt eine im August veröffentlichte BAK-Studie. Am Produktivsten sind die Branchenleader.
Und seit dem Jahr 2000 wächst die Schweizer Bevölkerung im Durchschnitt jährlich um 0,85 Prozent. 2008 zählte die Schweiz mit 7,7 Millionen Einwohnern 108′000 Personen mehr als noch ein Jahr zuvor. Mehr Menschen konsumieren mehr. Zudem sind die führenden Detailhandelsfirmen vor allem dort stark, wo die Umsätze 2009 am stärksten zulegen: Bei den Convenience-Produkten, im Online-Shopping und bei preisgünstigen Artikeln.
Mit dem konjunkturellen Aufschwung im nächsten Jahr werden die Umsätze von Coop, Migros und Co. noch stärker steigen.
Source: cash.ch


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